FAZ 06.03.2026
06:32 Uhr

(+) Zeruya Shalev über Israel: Wir spielen russisches Roulette – gegen unseren Willen


Auch wenn ich bei jedem Alarm in den Bunker renne, macht mir Netanjahu mehr Angst als die ­iranischen ­Raketen. Der israelische Ministerpräsident führt Krieg, um sein eigenes Scheitern zu vertuschen.

(+) Zeruya Shalev über Israel: Wir spielen russisches Roulette – gegen unseren Willen

Wieder ertönen, während ich Ihnen schreibe, die bedrohlichen Sirenen; auf- und absteigende Töne brüllen aus meinem Mobiltelefon und den Sirenen draußen, werden immer lauter, begleitet von den Worten „Farbe Rot! Farbe Rot! Farbe Rot!“, und ich laufe schnell die Treppe runter, eineinhalb Stockwerke, hinaus auf die Terrasse und von dort noch ein paar Stufen hinunter in den Bunker unter unserem Haus. Im Moment, in dem ich die Türe schließe, hört man schon laute Explosionen. Meistens sind es die Abwehrgeschosse im Himmel, manchmal auch einschlagende Raketen oder niedergehende Trümmerteile nach deren Abschuss. Am ersten Kriegstag wurde ein zwanzigstöckiges Haus nicht weit von hier getroffen, und die Wände des Bunkers bebten.

Comedian Shahak Shapira sitzt in Tel Aviv fest, seit der Irankrieg ausgebrochen ist. Ein Interview über den Hass, den er im Internet abbekommt, während er in einem Bunker Schutz vor den Luftangriffen sucht.

Lange führte Israel einen Schattenkrieg gegen Iran und dessen Verbündete. Jetzt setzt es auf volle Konfrontation.

Der Bestand an amerikanischen Abfangraketen ist durch frühere Konflikte dezimiert. Das gilt auch für Washingtons Marschflugkörper.

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